Der Geschichts‑Grundkurs des 11. Jahrgangs unternahm eine Exkursion nach Attendorn, um sich mit Spuren jüdischen Lebens und der lokalen Erinnerungskultur auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt standen der jüdische Friedhof am Waldrand sowie insgesamt 14 Stolpersteine im Stadtgebiet, die an ehemalige jüdische Bürgerinnen und Bürger Attendorner erinnern. Die Führung übernahm Herr Dröpper, ein ehemaliger Lehrer, der seit vielen Jahren zur regionalen Geschichte forscht und zahlreiche Hintergrundgeschichten zu den einzelnen Biografien beisteuerte.
Auf dem jüdischen Friedhof erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Entwicklung der jüdischen Gemeinde Attendorns, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Herr Dröpper erläuterte die Symbolik der Grabsteine, die Bedeutung der Friedhofsanlage als geschützter Ort der Erinnerung und die Herausforderungen, die sich nach der NS‑Zeit für den Erhalt solcher Stätten ergaben.
Beim Rundgang durch die Innenstadt wurden die Stolpersteine einzeln aufgesucht. Zu jedem Stein erzählte Herr Dröpper die Lebensgeschichte der betroffenen Personen: Familien, die im Ort verwurzelt waren, Geschäftsleute, Kinder, ältere Menschen – alle entrechtet, vertrieben oder ermordet. Besonders eindrücklich war für viele die räumliche Nähe zwischen den ehemaligen Wohnorten und dem heutigen Stadtleben, die verdeutlichte, wie präsent die Geschichte eigentlich ist.
Die Exkursion bot dem Kurs die Möglichkeit, historische Ereignisse nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern an konkreten Orten nachzuvollziehen. Viele Schülerinnen und Schüler betonten im Anschluss, wie sehr die persönlichen Schicksale und die authentischen Orte ihre Perspektive auf die NS‑Zeit vertieft haben.