Besonders emotional ging das Schuljahr für das Kollegium der Gesamtschule zu Ende, weil der Abschied von liebgewonnenen Kolleg*innen anstand, die sich entweder in den wohlverdienten Ruhestand oder an eine andere Schule versetzen ließen. Während Jürgen Jäger, Dieter Wermekes, Peter Hoberg und Anke Meiertoberens jahrzehntelang ihre Gesamtschule und Generationen von Schüler*innen prägten, verabschiedeten sich Manuel Schmidt, Merve Culla, Sven Jedrowiak, Ramon Buchczyk, Alex Pircher und Jan Przybyla nach kürzerer Verweildauer, aber ebenso schmerzhaft von ihrer Gesamtschulfamilie. Denn der Zusammenhalt im Kollegium und die Wichtigkeit der persönlichen Bindungen spielte immer wieder in den Abschiedsreden die größte Rolle. Eine der prägendsten Lehrerpersönlichkeiten mit über vier Jahrzehnten an der Kiersper Gesamtschule war dabei Dieter Wermekes, der nicht nur als Fachlehrer in Englisch, Gesellschaftslehre und Sozialwissenschaften seine Spuren hinterließ, sondern auch als langjähriges Mitglied des Lehrerrates für die Interessen und Anliegen seiner Kolleg*innen einstand. Für alle Anwesenden kaum vorstellbar, dass Dieter nicht mehr als Ansprechpartner in allen erdenklichen Situationen rund um das Schulleben sofort erreichbar ist. Ob Prüfungen, Austauschprogramme mit England oder einen kurzen Austausch über dienstrechtliche Fragen – Dieter war immer zur Stelle und löste alle Herausforderungen mit der ihm eigenen Ruhe und Besonnenheit. Obwohl er bereits vor Jahren in den Ruhestand hätte gehen können, blieb er mit voller Einsatzbereitschaft seiner Gesamtschule verbunden. Ihm gebührte der Dank und die Zuneigung des gesamten Kollegiums und auch Johannes Heintges fand als Schulleiter nur lobende und anrührende Worte des Dankes.

So richtig weg sein möchte Peter Hoberg als Vollblutmusiker und honoriger Gelehrter der Kiersper Gesamtschule nicht sein und kündigt an, auch nach seinem offiziellen Abschied in den Ruhestand der Schule mit Rat und Tat verbunden zu bleiben. Ebenso wie Dieter Wermekes war auch Peter Hoberg ein Kollege, der der Schule seinen Stempel aufgedrückt hat und im Kollegium hochgeschätzt wurde. Mit einem Augenzwinkern wurde bei der Verabschiedung auch ein Blick auf seine höchst fachkundigen Vorträge zu Musikgeschichte und Geschichte im Allgemeinen gelegt. Ihm selbst versagte bei soviel aufrichtiger Zuneigung seitens seiner Kolleg*innen vielleicht zum ersten Mal ein bisschen die Stimme.

Auch Jürgen Jäger konnte sich noch nicht so ganz von seiner Gesamtschule trennen, die er als Latein- und Geschichtslehrer ebenfalls über vier Jahrzehnte prägte und fuhr im gesamten letzten Schuljahr für einen Lateinkurs in der Oberstufe mindestens einmal in der Woche die Strecke von Gießen nach Kierspe. Seine Kaffeetasse wird ebenso in der Schule verbleiben, wie die von Peter Hoberg. Aus informierten Kreisen war in der Vergangenheit zu erfahren, dass die beiden Unruheständler im Musik-Stützpunkt zu regelmäßigen Kaffeekränzchen aufeinandertrafen. 

Als einzige weibliche Kollegin wurde am Ende des Schuljahres Anke Meiertoberens in den Ruhestand verabschiedet, die als leidenschaftliche Mathematiklehrer*in mit ungewöhnlichen aber umso erfolgreicheren Methoden, Künstlerin und engagierte Lehrer*innenrätin sowohl zahlreichen Schüler*innen, als auch Kolleg*innen mit Engagement zur Seite stand. Bis zum Abitur suchten auch ehemalige Schülerinnen immer wieder ihre Nähe und wurden tatkräftig von ihrer ehemaligen Klassenlehrerin unterstützt. Zahlreiche Veranstaltungen bereicherte Anke Meiertoberens mit ihren kreativen Ideen, die sie häufig auch in Eigenregie umsetzte. Streitbar setzte sich Anke Meiertoberens für die Interessen ihrer Kolleg*innen als Lehrer*innenrätin ein und verdiente sich damit hohen Respekt. Auch als Mitglied der Auswahlkommission hatte sie immer die Interessen ihrer Schule im Blick und ein gutes Gespür für Menschen, die zur Gesamtschulfamilie passten. Jetzt war es Zeit für sie, sich persönlichen Projekten und der Familie zu widmen und sie verabschiedete sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
„Du hast dich für die Liebe entschieden und gegen uns, aber das können wir verstehen“, sagte Schulleiter Johannes Heintges zum Abschied von Manuel Schmidt, der aus persönlichen Gründen seine Zelte in Kierspe abbrach und schweren Herzens die Gesamtschule verlassen musste. „Über dich habe ich von allen Seiten nur absolut positive Rückmeldungen bekommen“, erklärte Johannes Heintges und sprach sein Bedauern über den Verlust des engagierten Englisch und Geschichtslehrers aus, der sichtlich bewegt die vielen Rückmeldungen entgegennahm, die ihm nicht nur von seinen Fachkolleg*innen entgegengebracht wurden. Auch für Jan Przybyla fanden sich ausschließlich lobende Worte. Sein Abschied kam besonders überraschend zum Ende des Schuljahres, weil eine wohnortnähere Schule eine passende Lehrerstelle für den Fachmann für Digitales, sowie Italienisch, Latein, Gesellschaftslehre und Informatik angeboten hatte. Ein großer Verlust für die Gesamtschule und eine Lücke, die schwer zu schließen sein wird. Ramon Buchczyk hatte nur ein kurzes Gastspiel in Kierspe und kehrt als Chemie- und Physiklehrer an seine ebenfalls wohnortnahe Ausbildungsschule im Siegerland zurück. „Er hat sich bei uns gut eingefunden und hätte auch weiterhin gerne ein Teil unseres Kollegiums bleiben können“, bedauerte Schulleiter Johannes Heintges seinen Weggang. Traurig zeigte sich die Schulleitung und das Kollegium auch darüber, dass Merve Culla, die sich bereits als Lehramtsanwärterin und zuletzt als Vertretungslehrkraft perfekt ins Kollegium eingefügt hatte, ihre berufliche Zukunft an einem anderen Schulstandort weiterführen wird. Als Vertretungslehrerin bereicherte auch Alex Pircher fast fünf Jahre lang das Kollegium der Gesamtschule und unterrichtete Englisch und Deutsch. Hier war es die Bezirksregierung, die dafür sorgte, dass die Vertretungsstelle nicht weitergeführt wurde. Allen verabschiedeten Kolleg*innen wünschten Schulleitung und Kollegium nur das Allerbeste und dankten für die gemeinsam verbrachte Zeit.