Der Umwelttbus Lumbricus der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) machte Station in Kierspe und bot 17 Schülerinnen und Schülern des Biologie-Grundkurses der Q1 einen besonderen außerschulischen Lernort. Auf dem Hof Rauszeit untersuchten die Jugendlichen einen kleinen Zufluss der Kerspe und tauchten dabei in die Welt der Fließgewässerökologie ein. Im Mittelpunkt stand eine umfassende Gewässeranalyse. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten arbeitsteilig: Sie untersuchten die Gewässerstruktur, um naturferne und naturnahe Abschnitte zu unterscheiden, das Makrozoobenthos – also wirbellose Kleintiere wie Steinfliegen-, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven sowie Bachflohkrebse. Diese sogenannten Zeigerorganismen erlauben Rückschlüsse auf die Wasserqualität. Parallel wurden chemisch-physikalische Parameter wie Stickstoff-, Phosphat- und Sauerstoffgehalt sowie die Wassertemperatur gemessen, um mögliche Belastungen durch Landwirtschaft oder Abwässer zu erkennen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Der untersuchte Bach erreichte die Gewässergüteklasse 2 – ein Hinweis auf eine insgesamt gute ökologische Qualität. Der Projekttag bot den Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Inhalte praxisnah zu erleben, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Bedeutung artenreicher und naturnaher Fließgewässer zu entwickeln. Viele der entdeckten Organismen waren ihnen zuvor unbekannt. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, Bäche und Flüsse vor Einträgen zu schützen und ihre Strukturvielfalt zu erhalten oder wiederherzustellen.

Ein weiterer Höhepunkt des Projekttages war die Mittagspause, die den Schülerinnen und Schülern eine besondere Begegnung ermöglichte. Bei einer Tierzeit-Führung mit Nina Rudolph vom Hof Rauszeit konnten die Jugendlichen Hühner füttern und Schafe streicheln und erfuhren dabei ganz nebenbei Wissenswertes über alte und bedrohte Haustierrassen.

In den Volieren beobachteten sie außerdem neugierige Hörnchen und farbenprächtige Papageien – ein Erlebnis, das für viel Begeisterung sorgte und den naturkundlichen Projekttag um eine lebendige, tiernahe Perspektive bereicherte.

Ein Tag voller Erkenntnisse und Erlebnisse – und ein starkes Beispiel dafür, wie BNE lebendig werden kann.