Er hatte kein einfaches Leben, es gab Höhen und Tiefen. Krankheiten, heftige Schicksalsschläge und persönliche Krisen haben Phasen seines Lebens gekennzeichnet. Aber Bernd hat nie aufgegeben, er hat immer gekämpft und immer einen Weg für sich gefunden. Er hat sich dabei nie verbogen, er ist immer Bernd Weber geblieben, ein Mensch mit Ecken und Kanten, aber auch mit viel Humor und Empathie. Nun ist er nicht mehr unter uns, Bernd ist am 5.März gestorben.
Bernd ist erst am 1. August 2001 an die Gesamtschule Kierspe gekommen, also in einer Zeit, in der der Aufbau und die Entwicklung der Schule weitgehend abgeschlossen waren. Und dennoch hatte man das Gefühl, er war schon immer da. Bernd hat sich nahtlos in das System der Gesamtschule eingelebt, er wurde sofort von den Kollegen/innen anerkannt und respektiert. Schnell wurde er in den Lehrerrat gewählt, und er hat dort für die Interessen der Kollegen/innen gekämpft. Und da konnte er sehr deutlich werden, hatte keine Angst vor Konflikten und ließ sich nicht einschüchtern. Er zeigte deutlich Schwächen und Fehler auf und bezog klar Position für die Interessen des Kollegiums. Er war unbequem, aber auch bereit und fähig zum Dialog, zum Kompromiss. Das war seine große Stärke.
Bei den Schülern/innen war er sehr beliebt. Er hatte klare Vorstellungen und gab die Richtung vor. Er erwartete Respekt, bewies aber auch gegenüber jedem/er Schüler/in Respekt und redete mit ihnen auf Augenhöhe. Sein Humor, seine Empathie und seine Erfahrung aus der Jugendarbeit machten ihn zu einem anerkannten Kollegen.
Ich persönlich war mit ihm mehrere Male mit Schüler/innen in Polen. Ratibor, Krakau und Auschwitz waren die Stationen, hier sind wir uns nähergekommen. Die Konfrontation mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, die Begegnung mit den Opfern des Holocaust und die Betroffenheit der Schüler/innen, das hat uns beide tief beeindruckt. Wir haben/mussten viele Gespräche miteinander und mit den Schülern/innen führen, um die Eindrücke zu verarbeiten. Das hat uns verbunden, daraus entwickelte sich eine tiefe Freundschaft.
Der 22.Dezember 2016 war der letzte Schultag für Bernd. Er hat sich darauf gefreut, ich habe mir Sorgen gemacht. Bernd war ein Mensch der Begegnung, der Auseinandersetzung und des Gesprächs. Er brauchte Menschen um sich, er brauchte den Dialog. Das war mit der Pensionierung nicht mehr gegeben. Bernd zog sich schrittweise zurück, er lebte sehr zurückgezogen und hatte nur noch wenige Kontakte. Gesundheitlich baute er in den letzten Jahren deutlich ab, wir hatten Sorgen. Am vergangenen Donnerstag endete sein Leben, er hatte keine Kraft mehr.
Wir nehmen von Bernd Abschied und zeigen Respekt vor einem kämpferischen und einfühlsamen Menschen.
Danke Bernd
Rolf Muck